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“[A]s we see so many of our World War II veterans coming to the twilight of their years, it is especially important for us to remember, to record, remind ourselves of how much that generation did on all of our behalves.“

U.S. President Barack Obama in Dresden, Germany, after visiting the Buchenwald concentration camp on June 5, 2009

 


 

NEWS:

New Documentary:
"Ein Hauch von Freiheit" (Breath of Freedom)
December 16, 10:05pm CET on Arte
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Documentary:
"Breath of Freedom: Black Soldiers and the Battle for Civil Rights" (narrated by Cuba Gooding, Jr.)
Premiers February 17, 8pm ET/PT on Smithsonian Channel
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Article:
"Freed's enduring photos of march part of exhibit"
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Article by
Sophie Lorenz:
„Heldin des anderen Amerikas“
Die DDR-Solidaritätsbewegung
für Angela Davis, 1970–1973.
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New Film:
"The West Point -
Vassar College Initiative"
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A Breath of Freedom
By Maria Höhn &
Martin Klimke
Palgrave Macmillan October 2010
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Press

„Schwarze Panther“ und die „Fräuleins“
 
Wie die Rheinland-Pfälzerin Maria Höhn als US-Professorin die gemeinsame Nachkriegszeit aufarbeitet.
 
Mainz/Kaiserslautern. Wenn Maria Höhn von ihrer Arbeit erzählt, ist die Professorin kaum zu bremsen. Nicht nur was die Informationsflut angeht, sondern ebenso, was ihr Temperament betrifft. Die Vorstellung, dass sie in diesem Stil auch ihre amerikanischen Studenten am Vassar College im Bundesstaat New York unterrichtet, ist durchaus angenehm. Schließlich geht es in ihren Stunde um die jüngere deutsche Geschichte, auch aus amerikanischer Sicht. Von ihrer Begeisterung kurz abgesehen: Wer könnte dafür geeigneter sein als eine Rheinland-Pfälzerin, die „mit den Amis“ groß wurde und mit 28 Jahren, der Liebe wegen, in die USA übersiedelte.
 
1955 wurde Maria Höhn in dem kleinen Ort Hoppstädten-Weiersbach im heutigen Kreis Birkenfeld geboren. „Meine Eltern hatten eine Gaststätte mit Hotel, dort bin ich mit den überall stationierten Amerikanern aufgewachsen“, erzählt sie. Amerikanische Kinder besuchten mit ihr den deutschen Kindergarten, umgekehrt ging sie mit ihrer Familie in die amerikanische Kirche, „weil die geheizt war“. 1983 schließlich, nach einer Lehre zur Industriekauffrau, machte sie sich auf in die Vereinigten Staaten. Mit etwas über 30 hatte sie alles nachgeholt, was für ein Studium notwendig war, und begann, deutsche Geschichte zu studieren. 1993/4, bei Recherchen zur Doktorarbeit, fand sie dann jenes Thema, das sie seitdem beschäftigt: Amerikanische Soldaten (GIs) im Nachkriegsdeutschland, ein Gebiet mit vielen Facetten; die Auswirkungen auf die Pfalz sind dabei ein Schwerpunkt.

„Deutschlands ‚Wilder Westen’“, „Rheinland-Pfalz als ‚sittliches Notstandsgebiet’“, „Die Kaiserslauterer-Steinstraßen-Affäre“ - Überschriften in ihrer jetzt als Buch erschienenen Doktorarbeit, die schlaglichtartig beleuchten, um was es geht. Das Zusammenleben mit den US-Soldaten war nicht gerade einfach. Indes: „Die Probleme, mit denen gekämpft wurde, gab es überall in Deutschland; aber an den Stationierungsstandorten konnte eben zusätzlich die Fremden verantwortlich gemacht werden“, sagt Höhn. Frei nach dem Motto „Amis und Wohlstand haben viel kaputt gemacht.“ Die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Truppen war folglich auch ein Stück deutsche Sozialgeschichte - und reichte bis in die obersten Etagen der Politik.

Doch war es nicht nur die vermeintlich gefährdete Moral, die Angst um die Tugend der „German Fräuleins“ und anderes mehr, was mit den GIs als den Ängsten verbunden wurde. Ein besonderer Aspekt bis in die 1970er Jahre hinein waren die afroamerikanischen US-Soldaten. Zwar hatten diese aufgrund ihrer Hautfarbe auch mit vielen Vorurteilen zu kämpfen, stießen aber in Deutschland auf weitaus weniger staatliche Diskriminierung als in den USA und insbesondere innerhalb der Streitkräfte. „Sie sollten den Deutschen die Demokratie bringen und stellten dabei fest, dass es mit dieser in ihrer eigenen Heimat nicht sehr weit her war“, beschreibt Maria Höhn dieses bislang kaum erforschte Gebiet. Schwarze Soldaten waren auch innerhalb des Militärs extrem benachteilig. Kaiserslauterer Zeitzeugen berichten noch heute davon, wie Afroamerikaner meist von der US-Militärpolizei aussortiert und grundlos zusammengeknüppelt wurden. „Viele schwarze GIs schlossen sich erst nach ihren Erfahrungen in Deutschland bei ihrer Rückkehr in die USA der schwarzen Bürgerrechtsbewegung ‚Black Panther Party’ an, die Gewalt nicht ablehnte“, hat Maria Höhn recherchiert. Woraufhin die „Schwarzen Panther“ wiederum in Deutschland aktiv wurden; unterstützt auch von linken Studenten ab Mitte der 1960er bis Anfang der 1970er Jahre. So gab es beispielsweise unter der Regie des Sozialistischen Studentenbundes (SDS) ein Frankfurter Solidaritätskomitee für die „Panther“.

Das Afroamerikaner in Deutschland weitaus weniger diskriminiert wurden als zu Hause - in Deutschland „den Atem der Freiheit spürten“, wie es der frühere US-Außenminister Colin Powell einmal formulierte - stärkte ihr Selbstbewusstsein. Dass sich zudem der SDS mit den „Panthern“ solidarisch erklärte, gab dem Ganzen für Maria Höhn einen besonderen Kick. Als direkte Folge habe die Regierung Nixon umfassende Reformen gegen Rassismus innerhalb der Streitkräfte gestartet. 

Heute, so Höhn, sei das US-Militär die bestintegrierte Institution in den USA. In der Bundesrepublik habe die Regierung Brandt ebenfalls Maßnahmen ergriffen, um der Diskriminierung schwarzer GIs durch Lokalbesitzer oder Vermieter Einhalt zu gebieten. Zudem habe die Debatte über die GIs die Deutschen dazu gezwungen, sich mit Ausländerfeindlichkeit und der eigenen rassistischen Vergangenheit zu beschäftigen.

„Der Kampf um Bürgerrechte, afroamerikanischer GIs und Deutschland“ heißt denn auch ein deutsch-amerikanisches Gemeinschaftsprojekt von Höhn und dem Heidelberger Historiker Martin Klimke, in dem Höhn einen Gleichgesinnten gefunden hat. Um dieses Themengebiet endlich näher zu erforschen, arbeitet das Vassar College mit dem Deutschen Historischen Institut (DHI) in Washington unter dessen neuem Direktor Hartmut Berghoff sowie dem Heidelberg Center for American Studies zusammen.

Unterstützt wird das Projekt in der afroamerikanischen Gemeinde durch das Humanities Council in Washington D.C. Erste Ergebnisse präsentiert noch bis Ende Februar eine Ausstellung im Deutschen Historischen Institut. Ergänzt durch regionale Objekte und Berichte von Zeitzeugen könnten sie dann den Weg in die Pfalz finden. Gedacht ist an eine Kooperation mit dem in Ramstein-Miesbach gestarteten Dokumentations- und Ausstellungszentrum zur Geschichte der Air Base Ramstein und der Amerikaner in Rheinland-Pfalz. Mit dessen Leiter Michael Geib arbeitet Maria Höhn bereits seit Jahren zusammen.
 
Anke Herbert
 

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